(Europe/Berlin)
Um Ihre Bedürfnisse zu besprechen und wie wir Sie unterstützen können – Fordern Sie einen Rückruf mit dem untenstehenden Formular an.
Im Märchen wird aus dem Frosch nach einem Kuss ein Prinz. Im Referentenentwurf des BMAS zur „neuen Selbständigkeit" bleibt der Frosch – ein Frosch. Nur dass jetzt jemand die Rentenbeiträge dafür zahlt.
Ich bin Thomas Andre Sola, und als Board Member von APSCo Deutschland beschäftige ich mich Tag für Tag damit, wo unsere Branche steht – und wohin sie gedrängt wird. Bei diesem Entwurf bekomme ich beides: Bauchschmerzen und das dringende Bedürfnis, zu reden. Genau dafür gibt es dieses Legal Forum.
Worum geht's? Ende März 2026 wurde ein Referentenentwurf des BMAS bekannt, der eine „neue Selbstständigkeit" einführen will – und Rechtssicherheit vor Scheinselbständigkeit an eine Rentenversicherungspflicht koppelt. Maßgeblich für diesen neuen Status sollen nicht mehr die tatsächlichen Gegebenheiten wie die Eingliederung sein, sondern der übereinstimmende Wille der Vertragsparteien und die Erfüllung formaler Kriterien – zum „Preis" einer Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung.
Klingt nach Vereinfachung. Ist aber, wenn man genau hinschaut, ein Geschenk mit Widerhaken – gerade für uns im Staffing.
Warum mich der Entwurf nervös macht:
Zwei Klassen von Freelancern. Die Beteiligten sollen weiterhin zwischen der bisherigen („alten") und der „neuen" Selbstständigkeit wählen können. Damit entsteht faktisch eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: „neue" Freelancer mit gekaufter Rechtssicherheit – und „alte" Freelancer, die weiter im Graubereich der Statusfeststellung balancieren. Wer vermittelt die in einem Projekt nebeneinander? Genau – wir.
Die Gretchenfrage: Wer ist der „Auftraggeber"? Der Entwurf verlangt, dass für die „neue Selbständigkeit" Rentenversicherungsbeiträge abgeführt werden. Nur: In einer Staffing-Kette (Kunde → Staffingfirma → Freelancer) ist überhaupt nicht sauber geklärt, wer dieser „Auftraggeber" sein soll. Der Endkunde? Oder wir, die Personaldienstleister? An dieser einen Definition hängt, ob die ganze Branche plötzlich Beitrags- und Meldepflichten an der Backe hat, die heute niemand eingepreist hat.
Rechtssicherheit zum Bezahlen. Der Charme des Entwurfs ist real – planbarer Status statt Damokles-Schwert. Aber Sicherheit auf Rechnung verschiebt nur die Frage, wer am Ende der Kette die Rechnung trägt.
Zeit, die keine ist. Das geplante Inkrafttreten ist der 1. Januar 2028. Fühlt sich weit weg an. Ist es nicht – wer Verträge, Margenmodelle und Prozesse anpassen muss, fängt nicht erst 2027 damit an.
Mein nüchterner Blick nach vorn: Der deutsche White-Collar-Staffing-Markt lebt von Geschwindigkeit, Flexibilität und einem hochqualifizierten Freelancer-Pool – Engineering, IT, Life Sciences, Interim Management. Genau diese Stärke wird zur Achillesferse, wenn Statusfragen und Beitragslasten unkalkulierbar werden. Regulierung ist nicht per se der Gegner. Schlecht durchdachte Regulierung schon. Und ein Entwurf, der die Lasten elegant nach unten und zur Seite verteilt, verdient kein höfliches Nicken, sondern einen kritischen, fachlich fundierten Dialog.
Deshalb dieses Forum: zusammen mit Magdalena Seiler (Staffiant), Christoph Sedlmeir (prime-ing) und Robert Bhuiyan (Randstad Deutschland) sezieren wir den Entwurf aus der Staffing-Perspektive, ordnen ein, was real droht und was Panikmache ist, und formulieren, was unsere Branche jetzt braucht – gegenüber Politik, Kunden und Freelancern. Kein Jammern. Klartext.
Was dich erwartet:
Sei dabei und bring deine Perspektive mit – je mehr Stimmen aus dem echten Geschäft, desto schärfer wird unser gemeinsamer Standpunkt.
Mit der Anmeldung und der Teilnahme an dem Webseminar stimmst Du zu, dass der Veranstalter APSCo Deutschland GmbH Deine erfassten Daten für die Abwicklung der Veranstaltung mit dem Dienstleister (ZOOM - dessen Hinweise zum Datenschutz und der Verarbeitung der erfassten Daten Du hier findest) verwendet und teilt und Du stimmst ebenfalls zu, dass APSCo Deutschland GmbH Deine erfassten Daten an den Referenten Der Personalberater Coach GmbH weitergibt, um Dir weiterführende, insbesondere werbliche, Informationen zum Thema und Inhalt des Webseminars per E-Mail oder auch telefonisch zukommen zu lassen. Detaillierte Informationen zur Weitergabe Deiner erfassten Daten und insbesondere Deiner Rechte als natürliche Person im Sinne des Datenschutzes findest Du hier in den Hinweisen zum Datenschutz auf unserer Website.
Geschäftsführer / CEO
dealdraft, Gründerin
Magdalena Seiler (geb. Polzin) ist Gründerin von Staffiant, einer Legal-Beratung für die Staffingbranche. Nach fast zehn Jahren bei HAYS, SThree und Westhouse verbindet sie juristisches Know-how mit Branchenerfahrung. Mit ihrem Legal-Tech-Unternehmen dealdraft will sie den Vertragsprüfungsprozess der Branche neu definieren.
APSCo Deutschland, Managing Director
Thomas André Sola is the Managing Director of APSCo Deutschland, the professional body representing the staffing industry in Germany. In this role, he supports recruitment businesses with market intelligence, benchmarking insights, and clear, actionable recommendations. As the publisher of STAFFINGPRENEUR and host of the “Recruitment on the Road” podcast, Thomas champions a data-driven approach to decision-making, helping businesses move beyond intuition to achieve more consistent and measurable results.
Randstad Professionals GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung
Um Ihre Bedürfnisse zu besprechen und wie wir Sie unterstützen können – Fordern Sie einen Rückruf mit dem untenstehenden Formular an.